Elektrolok E21

Nur zu Bahnhofsfsten bekommt die E 21 noch Ausgang: Hier im August 2007 vor dem Lokschuppen

Baujahr: 1927
Hersteller: Norddeutsche Waggonfabrik, Bremen (wagenbaulicher Teil) und AEG, Berlin (elektrischer Teil)
Achsfolge: Bo'Bo'
Leistung: 4x 110 kW
Gewicht Lok: 36 t
Höchstgeschw. 30 km/h
Länge über Puffer 10,32 m
Zur Geschichte:

Die neu gegründete Extertalbahn A.G. bestellte 1926 bei der Norddeutschen Waggonfabrik in Bremen (Nordwaggon) zwei Gütertriebwagen mit Drehgestellen. Am 30. Juni 1927 war der wagenbauliche Teil fertig gestellt, dann erfolgte die Lieferung nach Barntrup, wohlgemerkt auf eigenen Achsen. Dort wurde von der AEG die elektrische Ausrüstung eingebaut.

Die Gütertriebwagen wurden mit den Nummern 21 und 22 bei der Extertalbahn A.G. in Dienst gestellt. Beide Triebwagen waren gleich aufgebaut und verfügten über je ein Gepäck- und Postabteil. Die Stromversorgung mit 1500 V Gleichstrom erfolgt über einen Stromabnehmer. Da die Extertalbahn A.G. mehrere straßenbahnähnliche Personentriebwagen in Besitz hatte, erhielten die beiden Gütertriebwagen neben der normalen Zug- und Stoßkupplung auch eine Mittelkupplung (Trompetenkupplung). Besonders auffällig war auch die für Eisenbahnfahrzeuge untypische Anordnung des Spitzenlichts in V-Form. Später erfolgte der Umbau zur heutigen A-Form.

In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhundert fing die Extertalbahn A.G. an, zunächst die Lok 22 zu verbessern. Die Führerstände und Frontfenster wurden vergrößert. Sie bekam neue Dachwiderstände (Anfahrwiderstände). Zudem wurden die Gepäcktüren entfernt und Gewichte eingebaut, um ein größeres Reibungsgewicht zu erhalten. Um die Lok 21 auf denselben Stand zu bringen, fehlte das Geld. Bei ihr wurden nur die Führerstande vergrößert und kleinere Gewichte als bei Lok 22 eingebaut. Seither unterscheiden sich die Lokomotiven deutlich voneinander.

Im Laufe der Zeit bekamen beide Lokomotiven immer wieder neue Farben. Zuerst waren sie braun, später wurden sie dann grün, bordeauxrot mit zwei weißen Streifen, orange mit zwei grünen Streifen und zu guter Letzt mit einem grünen Streifen lackiert. Beide Fahrzeuge befanden sich noch bis 2001 im Güterzugdienst. Sie waren damit die ältesten elektrischen Lokomotiven, die in Deutschland ununterbrochen im Einsatz standen.

Beide E-Loks stehen bis heute im Eigentum der VBE, die sie Ende der 1980er Jahre neben dem Güterverkehr selbst zu kommerziellen Museumsfahrten mit der damaligen "historischen Elektrobahn" im Extertal verwendete. Seit Gründung der LEL übernahm der Verein zunehmend diesen Museumsbahnverkehr, mietete aber nach wie vor Lokomotiven und Triebfahrzeugpersonal von der VBE an.

Die betrieblichen Fristen der E 21 sind seit 2004 abgelaufen.

Nachdem auf Initiative der Landeseisenbahn Lippe und mit Unterstützung durch die VBE im Jahr 2010 die Grundsatzentscheidung zur Wiederaufnahme des elektrischen Betriebes im Extertal getroffen wurde, fiel die Wahl des aufzuarbeitenden Triebfahrzeugs auf die 2008 außer Betrieb genommene E 22, da diese in den 1960er Jahren eine Generalaufarbeitung erfahren hatte und insofern über die bessere Substanz verfügte.Da die E 21 aber somit das einzige original verbliebene Fahrzeug aus den Gründerjahren der Extertalbahn war, sollte sie langfristig als rollfähiges Ausstellungsstück erhalten bleiben. Durch zahlreiche Fahrzeugzugänge und anstehende Projekte musste die E 21 aber schließlich von sämtlichen Arbeiten zurückgestellt werden, belegte im Gegenteil sogar dringend anderweitig benötigten Platz im Lokschuppen. Anfang des Jahres konnte dann im Einvernehmen mit der VBE ein neuer, würdiger Ausstellungsplatz für die E 21 geschaffen werden, indem ein isoliertes Gleisstück in der Bus-Abstellhalle des Betriebshofs Bösingfeld eingebaut wurde. Am Vormittag des 19. Juli 2016 zog Lok E 21 schließlich per Straßentieflader um.

An ihrem neuen Standort ist nun eine angemessene Präsentation etwa zu Bahnhofsfesten möglich. Durch die baulichen Gegebenheiten ist aber auch ein etwaiger „Rückumzug“ in weiter Zukunft technisch nicht ausgeschlossen.

Lok E 21 an ihrem letzten Abstellplatz in der VBE-Bushalle